Klasse Vorstellung beim 20:24 gegen Leipzig!

Handball wb leipzig lea 01

Der Auftakt zur Endrunde um die deutsche B-Jugendmeisterschaft wurde für die Handballerinnen des TSV Schwabmünchen leider auch zur Endstation. Was die jungen TSV-Talente allerdings in 50 hochklassigen Minuten beim 20:24 gegen den favorisierten HC Leipzig auf das Parkett der Hans-Nebauer-Sporthalle brachten war aller Ehren wert.

Man möchte sich gar nicht vorstellen, was für ein Fest des Jugendhandballs das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams geworden wäre, wenn dieses Spiel vor Zuschauern stattgefunden hätte. Höchste Intensität über die gesamte Spieldauer, schön herausgespielte Tore, sehr starke Torhüterleistungen und nicht zuletzt ein sehr interessantes taktisches Duell der beiden Trainer machten diese Partie durchaus zu einem handballerischen Leckerbissen.

Schon beim Aufwärmen wurde mit Blick auf den Leipziger Kader klar, dass die körperliche Überlegenheit klar auf Seiten der Gäste aus Sachsen lag. Das kam natürlich nach dem Videostudium in der Vorbereitung dieser Partie ebenso wenig überraschend, wie der Umstand, dass man sich gegen die herausragende Leipziger Spielmacherin etwas Spezielles einfallen lassen musste. Die bereits in der Zweitliga-Frauenmannschaft des HCL eingesetzte Lotta Röppke wurde so von Beginn weg von Luisa Merkle in enge Manndeckung genommen. Dieses Stilmittel ist zwar inzwischen eher aus der Mode gekommen, erfüllte aber rückblickend durchaus seinen Zweck.
In den nun natürlich größer gewordenen Abwehrräumen verteidigten die Schützlinge von Lars Lammich mit viel Einsatz und Leidenschaft und gestützt auf eine sehr gut aufgelegte Lara Rettermeier zwischen den Pfosten begegneten sie so den Gästen absolut auf Augenhöhe. Auch im Angriffsspiel zeigten sich Schwabmünchnerinnen gegenüber den Auftritten in den bayerischen Finalspielen deutlich verbessert. Lediglich bei der Wurfausbeute blieb am Ende einfach zu viel liegen, was natürlich auch ein Verdienst der starken Torhüterinnen des HCL war.
Bis zum 8:8 (17.) verlief die Partie mit einer sehr auffällig spielenden Julika Birnkammer im rechten Rückraum auch ergebnistechnisch in absolut ausgeglichenen Bahnen, bevor die Leipzigerinnen beim 8:11 erstmals eine spürbare Lücke aufrissen. Vor allem in numerischer Unterlegenheit nach den bei der hohen Intensität einfach unvermeidlichen Zeitstrafen taten sich die Schwabmünchnerinnen spürbar schwerer wie der HCL in vergleichbaren Situationen. Zwei Treffer von Cosima Würdinger, die ihre ungewohnte Rolle am Kreis hervorragend ausfüllte brachten den TSV aber wieder heran. Beim 10:12 wurden die Seiten gewechselt und nicht nur in der Halle sondern sicher auch bei den vielen Zusehern der Übertragung auf Sportdeutschland.tv herrschte das Gefühl, dass diese Partie noch vollkommen offen war.
Nach Wiederanpfiff dauerte es allerdings gut fünf Minuten, ehe die erneut unermüdlich rackernde Spielmacherin Lea Lammich den ersten Treffer zum 11:14 aus Schwabmünchner Sicht erzielte. Coach Lars Lammich verordnete seiner Mannschaft eine noch offensivere Ausrichtung und sein Team setzte die Gäste mit einer fast an offene Manndeckung grenzende Spielweise gehörig unter Druck. Natürlich zeigte sich die Klasse des Gegners in einigen schön heraus gespielten Treffern, aber die Gelb-Blauen blieben trotz eines konstanten Rückstands immer auf Schlagdistanz. Dabei zeigte sich Rechtsaußen Laetitia Michael wie schon in den letzten Spielen sehr treffsicher. Beim 17:18 war der Ausgleich in Reichweite, aber zwei kurz hintereinander vergebene Siebenmeterchancen versetzten den Schwabmünchnerinnen dann wohl den Knockout.
Vier Gegentreffer in Serie sorgten beim 17:22 vier Minuten vor Abpfiff für die Vorentscheidung und es passte dennoch zum Auftritt der Lammich-Sieben in den letzten Wochen, dass auch in den letzten Minuten bis zum Schluss aufopferungsvoll um eine Ergebniskorrektur gekämpft wurde. Das 20:24 wurde am Ende von den Leipzigerinnen überschwänglich gefeiert, die sich ihren Ausflug in den bayerischen Süden wahrscheinlich etwas einfacher vorgestellt hatten. Neben der Niederlage gibt es für die Schwabmünchnerinnen wohl einen weiteren dicken Wermutstropfen, denn Luisa Merkle zog sich Mitte der zweiten Spielhälfte eine Knieverletzung zu. Hier drücken wir Luisa einfach ganz fest die Daumen, dass die zu erwartende Handballpause sich hoffentlich im Rahmen hält.
Am Ende eines tollen Nachmittags gab es trotzdem überwiegend zufriedene Gesichter. Das Team hat in seinem letzten Auftritt in dieser Zusammensetzung und in dieser Altersstufe seine wohl mit Abstand stärkste Leistung gezeigt. Nachdem ein Großteil der Mannschaft in der B-Jugend verbleibt, ist ein erneuter Angriff auf dieser Ebene im kommenden Jahr sicher nicht unwahrscheinlich. Der Auftritt eines ebenso starken, wie im Umfeld des Spiels sympathischen Gegners aus einer ganz anderen Ecke Deutschlands hat ohne Frage Appetit auf mehr gemacht. So werden die ehrgeizigen gelb-blauen Talente nach einer verdienten, aber sicher nicht langen Pause weiter intensiv und fleißig in allen Bereichen trainieren. Wir freuen uns auf eine hoffentlich weiter positive Entwicklung und auf weitere tolle Spiele vor dann wieder stimmungsvoller Kulisse.
TSV Schwabmünchen: Lara Rettermeier, Antonia Block (Tor); Leonie Spatschek, Daniela Jakob, Julia Franz, Julika Birnkammer (3), Anja Müller (1), Lea Lammich (6/2), Sesil Incidelen, Laetizia Michael (4), Luisa Merkle (1), Cosima Würdinger (5/1), Somma Dieterich.

Ein großes Dankeschön der Handballabteilung geht an Tobias „Huebi“ Hübenthal, der mit seinem Team die Übertragungen für Sportdeutschland.TV auf die Beine gestellt und einfach großartig kommentiert hat. Ebenso geht unser Dank an Thorsten Franzisi der für Sport in Augsburg erneut tolle Bilder gemacht hat und uns diese auch immer zur Verfügung stellt.