Am vergangenen Sonntag gastierte die männliche A-Jugend des TSV zum ersten Spiel des Jahres in Haunstetten. Schon beim Blick auf die Tabelle war klar, dass die Heimmannschaft der unumstrittene Favorit war.
Dadurch, dass die mB Jugend parallel spielte, Basti Egger langzeitverletzt fehlte und sich zusätzlich die Leistungsträger Domi Schikor und Noah Diepold ebenso verletzten, sah man sich einer absoluten Herkules Aufgabe entgegenstehen. Ein großes Dank gilt der Aushilfe Timo Kotalcyk, der seine Handballtasche vom Nagel nahm, denn so konnte man wenigstens zu acht nach Haunstetten fahren – wohlgemerkt ohne gelernten Torhüter.
Der Matchplan von Coach Reichenberger war einfach. Möglichst lange den Gegner ärgern, vorne clever und diszipliniert spielen und hinten alles für den eigenen Mann im Tor geben. Dass dieser Plan aber so gut aufging, ahnte zunächst keiner in der altehrwürdigen Albert-Loderer-Halle.
Fabian Mayer erklärte sich zu Beginn bereit ins Tor zu gehen, ging aber gleichzeitig als siebter Feldspieler mit nach vorne. Offensiv war man äußerst konzentriert, ließ den Ball in der Überzahl gut laufen und stieß wiederholt entscheidend in die Lücke. Ritschel und Keller nahmen die Bälle von Mayer immer wieder gut in der Bewegung an, erzielten dann selbst die Tore über Durchbrüche und wuchtige Rückraumwürfe. Ansonsten wurden Kotalcyk oder Claus am Kreis oder die herausragenden Stoica oder Przywara auf den Außenpositionen gefunden. So entwickelte sich in der Anfangsphase ein ganz A-Jugendtypisches Handballspiel mit kaum Zugriff auf einer der beiden Abwehrseiten. Haunstetten kam immer wieder durch dynamische und temporeiche 1:1-Aktionen und Außenabschlüsse zu Erfolgen und hielt den Spielstand zunächst ausgeglichen, bevor SMÜ einige Ballgewinne erzielte und so die Auszeit des Heimteams erzwingen konnte. Spätestens hier wurde den Schwabmünchnern klar, dass tatsächlich was drin ist und dementsprechend motiviert ging man aus dem Timeout. Ab jetzt wurde die Defensive etwas stabilisiert und im Angriff nahm ein herausragender Simon Ritschel immer mehr das Heft in die Hand. Allein acht von acht Siebenmeter steuerte der Captain im Verlauf der Partie bei und sorgte mit seinen insgesamt 18 (!!!) Toren für eine über die komplette Spielzeit kaum zu stoppende Offensive der Gäste. Beim Spielstand von 20:23 war die Laune in der Halbzeitansprache entsprechend gut. Doch jetzt wollte die Gelb-Blauen sogar den großen Wurf – 2 Punkte!
Das Bild nach Wiederanpfiff änderte sich zur großen Überraschung aller Spieler, Trainer und Zuschauern nicht. Schwabmünchen blieb im Angriff cool und erzielte selbst unter großem Druck immer wieder ein Tor. Ging nichts mehr, hieß es Ball zu Ritschel oder Stoica – Tor! Auch die Abwehr ließ einfach nicht locker und dann kam auch noch Ludwig Weiher dazu. Dieser hütete seit der 15. Minute das Tor und gewann mit seinen Paraden klar das Torhüterduell. Gegenstöße, eine Strafwurf-Parade und selbst eine Doppelparade vom Kreis: Alles war dabei. Irgendwann war den rot-schwarzen Gastgebern die Unzufriedenheit und Hektik deutlich anzumerken, den Gelb-Glauen ging das Grinsen nicht mehr von den Lippen. Und so kam was keiner kommen sah: Acht Schwabmünchner Feldspieler schlagen den Drittplatzierten der Oberliga TSV Haunstetten deutlich mit 34:42. Ganz großes Kino!
Es spielten:
Mayer Fabian (Tor und 3), Claus Jeremia (5), Keller Marc (4), Ludwig Andi Wolff Weiher (Tor), Przywara Matthias (2), Kotalcyk Timo, Ritschel Simon (18), Stoica Matei (10).

