Wer an diesem Samstagabend in die Hans-Nebauer-Sporthalle kam, bekam vieles zu sehen – nur keinen Handball-Krimi. Der TSV Schwabmünchen II setzte sich gegen den SV Mering mit 40:34 (21:14) durch und machte dabei früh klar, dass Diskussionen über den Sieger ungefähr so sinnvoll sein würden wie eine Abwehrbesprechung ohne Abwehr.
Schon der Start geriet für die Gäste zur pädagogisch wertvollen Demonstration in Sachen Spielbeginn: 5:0 nach wenigen Minuten, während Mering noch sortierte, wer eigentlich für wen zuständig ist. Bis zur Pause hatte Schwabmünchen den Vorsprung weiter ausgebaut – nicht, weil alles perfekt lief, sondern weil die Hausherren konsequent die Lücken nutzten, die der Gegner freundlich zur Verfügung stellte.
Den Unterschied machte vor allem die Defensive – und das nicht nur auf dem Papier. Jeremia Claus verwaltete den Mittelblock mit der Gelassenheit eines Türstehers, der weiß, dass heute sowieso niemand ohne Einladung reinkommt. Und falls doch einmal jemand durchrutschte, warteten dahinter René Grodowski und Dominik Brandt, die im Tor kollektiv dafür sorgten, dass aus Meringer Hoffnungsschüssen eher statistische Fußnoten als echte Aufholsignale wurden.
Vorne dagegen herrschte freier Verkehr Richtung Gästetor. Manuel Reinsch nutzte die großzügigen Platzverhältnisse für eine 13-Tore-Vorstellung, Christian Weichel legte mit 10 Treffern nach – Zahlen, die man sonst eher aus Trainingsspielen kennt, nicht aus Punktspielen . Schwabmünchen traf, wann es wollte, und Mering durfte mitlaufen und hoffen, dass es wenigstens optisch nicht ganz so deutlich aussieht.
Zwar kamen die Gäste ebenfalls zu ihren Toren, doch wirklich spannend wurde es nie. Dafür war Schwabmünchen zu stabil in der Abwehr, zu präsent im Tor und vor allem zu effizient im Angriff. So blieb am Ende ein 40:34-Erfolg, der weniger nach Zitterpartie und mehr nach klarer Standortbestimmung aussah: Schwabmünchen II weiß, wo das Tor steht – und Mering weiß jetzt, wie sich das anfühlt, wenn der Gegner das auch über 60 Minuten konsequent unter Beweis stellt.
Schwabmünchen spielte mit Marius Zander, Jeremia Claus (2), Philipp Bosse (3), Simon Kuhn (1), Thorsten Rinne, Manuel Reinsch (13), Dominik Brandt (Tor), Christian Weichel (10), Sören Vinzelberg (1), Lukas Brugger, Kilian Stauderer, Fabian Mayer (2), Rene Grodowski (Tor), Dan-Micha Schikor (4), Felix Dahlheim (3) und Daniel Schumacher (1).

