Einen gebrauchten Tag erwischten die Regionalliga-Handballerinnen am vergangenen Samstag beim Auswärtsspiel gegen den HC Sulzbach-Rosenberg. Nach einer über weite Strecken enttäuschenden Leistung bewahrten sich die Gelb-Blauen zumindest einen Punkt und trennten sich nach dramatischen Schlussminuten mit 29:29 (13:17).
Zum Start in die Partie erzielte Rückraumspielerin Sina Gossner den ersten Treffer der Begegnung zum 0:1. Dieser sollte jedoch die einzige Schwabmünchner Führung im gesamten Spiel bleiben. Die ersten 10 Minuten waren geprägt von mehreren freien Abschlusssituationen, in denen das Team wiederholt an der eigenen Chancenverwertung scheiterte und Sulzbach immer besser ins Spiel kommen ließ, sodass es bereits nach 7 Minuten 3:1 für den HC stand und die Gäste von diesem Zeitpunkt an dauerhaft einem Rückstand hinterherliefen. Vor allem defensiv fanden die Schwabmünchnerinnen in der ersten Halbzeit keinen Zugriff. Trotz mehrerer Zeitstrafen gegen den HC Sulzbach-Rosenberg gelang es der Heimmannschaft immer wieder die Schwabmünchner Abwehr mit einfachen Mitteln zu überwinden. Selbst in doppelter Unterzahl rissen die Gastgeberinnen gähnende Lücken in die gelb-blaue Defensive. Fehlende Stop-Fouls und eine mangelhafte Abstimmung sorgten dafür, dass nahezu jeder Wurf der Gastgeberinnen nahezu ungehindert im Tor landete. Zur Halbzeit lag Schwabmünchen folgerichtig mit 13:17 zurück.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie von Hektik und technischen Fehlern geprägt. Die Schwabmünchnerinnen fanden zwar defensiv etwas besser ins Spiel, doch weder die sonst stabile Abwehr, noch das Tempospiel ließen sich erfolgreich demonstrieren. Auch die Offiziellen taten sich in der zerfahrenen Partie schwer und der Spielberichtsbogen wies am Ende neun Zwei-Minuten-Strafen sowie vier rote Karten auf. Nach mehreren kontroversen Entscheidungen kochten auf den Rängen die Emotionen hoch und nicht alle Reaktionen aus dem Publikum blieben im angemessenen Rahmen. Auf dem Feld selbst blieb die Begegnung allerdings trotz der Intensität durchweg fair und sportlich.
Wie so oft war es schließlich der Kampfgeist, der die Schwabmünchnerinnen auch an diesem Tag im Spiel hielt: In den vergangenen 14 Begegnungen lagen die Singoldstädterinnen lediglich in 4 Partien zur Halbzeit vorn und waren ansonsten immer im Rückstand. Was der jungen Mannschaft mitunter an Erfahrung – und an diesem Tag auch an Spielwitz und Abstimmung – fehlte, macht das Team jedoch erneut durch verbissenen Siegeswillen und Einsatz bis zur letzten Minute wett. Die Einstellung, kein Spiel vor dem Abpfiff verloren zu geben, zahlte sich auch diesmal aus.
In der dramatischen Schlussphase lag Schwabmünchen 30 Sekunden vor dem Ende mit 28:29 zurück, als das unglückliche Einsteigen einer Sulzbacher Spielerin Celine Würdingers Tempogegenstoß unsanft beendete. Die Folge war die dritte rote Karte binnen fünf Minuten sowie ein Siebenmeter für die Gäste. Kim Bartosch übernahm die Verantwortung, behielt die Nerven und verwandelte sicher zum 29:29-Endstand.
Trainer Mario Stadlmair zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch: „Ob man das einen verdienten Punktgewinn nennen möchte, darüber kann man streiten. Der Abwärtstrend hatte sich bei uns leider in den letzten Spielen bereits abgezeichnet. Aber jetzt haben wir auch mal die Erfahrung des absoluten Tiefpunkts gemacht – und ab sofort geht es wieder bergauf.“ Ähnlich ordnete Rückraum-Mitte Lea Lammich die Leistung ein: „Vielleicht haben wir diese Erfahrung jetzt auch einfach mal gebraucht, damit alle wieder wach sind. Die letzten Spiele konnten wir trotz wechselhafter Leistung immer noch relativ ungefährdet gewinnen, heute haben wir aber gesehen, dass das auf Dauer einfach nicht ausreichend ist.“
Am Ende bleibt für den TSV Schwabmünchen ein Punkt, der weniger durch spielerische Qualität, als durch Moral gesichert wurde – und der Blick nach vorn auf die nächste Partie gegen Tabellenschlusslicht FC Bayern München.
Es spielten:
Bloch, Globisch (beide Tor); Rheindt (6/2), Girstenbrei (5), Bartosch (4/3), Würdinger (3), Gossner (2), Kramer (2) Lammich (2), Mehr (2), Franz (1), Michael (1), Scheraus (1), Haslauer, Schanda.

