Zum Auftakt der Regionalliga-Saison 2026/27 ging es für die erste Damenmannschaft des TSV Schwabmünchen direkt zu einem der stärksten Gegner der Liga, dem SV München Laim. Die Gastgeberinnen haben sich den Aufstieg in die 3. Liga als Saisonziel gesetzt und konnten bereits am vergangenen Wochenende die ersten zwei Punkte einfahren.
Ein wenig zu aufgeregt starteten die Schwabmünchnerinnen in die Partie. Zu wenig Zugriff in der Abwehr, mehrere Fehlwürfe und fahrige Pässe zogen Ballverluste und schnelle Kontertore nach sich, sodass das Trainerteam Stadlmair/Englberger bereits nach knapp elf Minuten zur Auszeitkarte griff. Zu diesem Zeitpunkt zeigte die Anzeigetafel aus Schwabmünchner Sicht einen 4:7-Rückstand, und einige der zahlreich vertretenen Schwabmünchner Zuschauer bangten bereits, ob ihrer Mannschaft an diesem Tag wohl „eine Klatsche“ drohen könnte.
Trainer Mario Stadlmair ließ sich unterdessen von dieser wackeligen Anfangsphase nicht aus der Ruhe bringen, erinnerte im Time-Out an die Vorgaben für das Angriffskonzept und pochte auf die Stärken seiner Mannschaft: Tempospiel und konsequente Defensivarbeit. Er sollte recht behalten. Zwar zog Laim zunächst noch auf 12:7 davon, doch wenige Minuten später stabilisierte sich das Schwabmünchner Spiel. Drei schnelle Rückraumtore in Folge brachten sein junges Team wieder auf zwei Tore heran. Es entwickelte sich ein packendes Spiel, bei dem die Laimer Damen zwar stets die Nase vorn behielten, die Schwabmünchnerinnen jedoch verbissen kämpften und sich nie abschütteln ließen.
Das Trainerteam konnte auf eine breite Bank zurückgreifen, und trotz häufiger Wechsel entstand kein Bruch im Schwabmünchner Spiel. Egal ob erfahrene Akteurin oder Regionalliga-Debütantin – alle Spielerinnen bewiesen an diesem Tag Mut, Willen und Teamgeist. Auf dem Feld wie auf der Auswechselbank waren Jubel und Anfeuerungsrufe allgegenwärtig. Gerade die Präsenz der jungen und neuen Spielerinnen war von Anfang an spürbar. Neuzugang Nika Tikvica feierte ihren Einstand im Schwabmünchner Team direkt mit einem gehaltenen Siebenmeter-Strafwurf, und „Mannschaftsküken“ Linda Dölle setzte sich im Gegenstoß trotz starker Bedrängnis alleine gegen gleich drei Gegenspielerinnen durch. Zum Ausgleich vor der Pause reichte es letztlich nicht ganz, und so ging es beim Stand von 15:17 in die Kabine. Dort fanden Coaches wie Spielerinnen positive Worte und zahlreiche Verbesserungsideen für die zweite Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Gäste schnell an die Leistung der ersten Halbzeit an, und nach nur sechs Minuten erzielte Laetizia Michael den Ausgleichstreffer zum 19:19. Dies hätte den Wendepunkt des Spiels markieren können, doch eine erneute Schwächephase mit diversen Ballverlusten erlaubte den Laimerinnen mehrere Würfe auf das leere Tor und kostete die Gäste den mühsam erarbeiteten Ausgleich. Fehler im Schwabmünchner Aufbauspiel wurden gnadenlos bestraft, und binnen weniger Minuten zog Laim auf 25:20 (43. Spielminute) davon.
Doch auch angesichts dieses Fünf-Tore-Rückstands bewies das junge Team von Daniela Englberger und Mario Stadlmair einmal mehr, dass es kein Spiel vor dem Abpfiff verloren gibt. Wer den Laimer Sieg schon sicher glaubte, hatte seine Rechnung ohne den linken Schwabmünchner Flügel gemacht: Emilia Michael war kaum noch zu bremsen und schoss drei ihrer insgesamt vier Tore in den letzten zehn Minuten, während Linksaußen Janine Schanda, die bereits über die gesamte Spielzeit hinweg eine hervorragende Abwehrleistung gezeigt hatte, im Tempospiel noch einmal zwei Bälle sicher im langen Eck versenkte und ihre 100%-Quote an diesem Tag perfekt machte. Nach einer Zeitstrafe gegen die Gastgeberinnen in der 58. Minute versenkte Lea Lammich 85 Sekunden vor dem Ende den 30:31-Anschlusstreffer. Zum Ausgleich reichte es in den letzten hektischen Sekunden des Spiels trotz offener Manndeckung leider nicht mehr, und auch der abschließende direkte Freiwurf aus maximal schwierigem Winkel durch Emilia Michael fand nicht den Weg ins Tor.
Trotz der knappen Niederlage zeigte sich Coach Stadlmair zufrieden mit der geschlossenen Mannschaftsleistung. Auch Siebenmeter-Routinier Kim Bartosch meldete sich nach dem Spiel in der Kabine zu Wort und resümierte passend: „Jede Spielerin, die heute ihr erstes Spiel in der Regionalliga gemacht hat, konnte sich in die Torschützinnenliste eintragen, und jede einzelne hat heute bewiesen, dass sie ein wichtiger Teil des Teams ist.“ Zwar bleibt das Punktekonto der Schwabmünchnerinnen leer, aber die Leistung macht Mut für die nächsten Begegnungen. In zwei Wochen steht für die Schwabmünchnerinnen die SG Mintraching/Neutraubling auf dem Spielplan.
Für den TSV Schwabmünchen spielten:
Globisch, Tikvica, Bloch (alle Tor); Bartosch (5/2), Lammich (5), Michael E. (4), Schanda (3), Zabel (3), Hafner (2), Kramer (2), Mehr (2), Dölle (1), Michael L. (1), Rabus (1), Girstenbrei L. (1/1), Girstenbrei T.
Globisch, Tikvica, Bloch (alle Tor); Bartosch (5/2), Lammich (5), Michael E. (4), Schanda (3), Zabel (3), Hafner (2), Kramer (2), Mehr (2), Dölle (1), Michael L. (1), Rabus (1), Girstenbrei L. (1/1), Girstenbrei T.

