Fünf Monate Arbeit zahlen sich aus – Schwabmünchen dreht Sechs-Tore-Rückstand

Fünf Monate Vorbereitung lagen hinter der jungen Mannschaft von Coach Marius Astalosch, ehe es endlich um Punkte ging: drei Trainingseinheiten pro Woche, dazu die ungeliebten Läufe abseits der Halle und eine ganze Reihe von Testspielen. Zum Auftakt der neuen Saison zeigte sich, wofür dieser Aufwand gut war. Gegen einen erfahrenen TSV Friedberg II drehte Schwabmünchen einen Sechs-Tore-Rückstand undgewann mit 31:29 (16:15). Der Gegner war alles andere als ein dankbarer Auftakt. Freiedberg II trat mit einer Mannschaft an, in der einige Akteure standen, die ihre stärksten Jahre mehrere Ligen höher erlebt hatten – Routine, Übersicht und mit Patrick Schupp (9 Tore) ein Rückraumschütze, der die Gäste über weite Strecken im Spiel hielt. Die erste Halbzeit verlief auf Augenhöhe. Die Gastgeber lagen meist knapp vorne, ohne sich entscheidend absetzen zu können – 16:15 stand es zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Friedberg spielte seine Erfahrung aus, Schwabmünchen vergab die eigenen Chancen, und aus einem offenen Spiel wurde binnen weniger Minuten ein 19:25 (47.). Sechs ToreRückstand, keine 14 Minuten mehr auf der Uhr – ein Punkt, an dem normalerweise jede Partie längst entglitten ist. Der Wendepunkt kam mit einer bewussten Entscheidung. Erst in der 47. Minute nahm der Trainer die Auszeit – spät, und genau so geplant. Schwabmünchen setzte nun alles auf eine Karte und ging mit einer hochintensiven 3-2-1-Deckung in dieSchlussphase, die die Gastgeber von da an konsequent bis zur Schlusssirene durchzogen. Vorne bewahrte das junge Team, dirigiert von Daniel Labermeier, Kapitän Felix Hänsel und Dominik Schikor, Übersicht und Geduld, spielte die Angriffe sauber zu Ende und kam Tor um Tor heran. Wichtig war dabei auch die Erfahrung von Rückkehrer Manuel „Ente“ Reinsch, der nur als Aushilfe ein gesprungen war und die Mannschaft in dieser Phase beruhigte.

Was dann folgte, war ein 12:4-Lauf – und der hatte nichts mit Glück zu tun, sondern mit bereits erlangtem Können. Eine derart aggressive Deckung 13 Minuten lang auf Tempo zu halten und vorne zugleich jeden Angriff geduldig zu Ende zu spielen, gelingt nur einer Mannschaft, die sich diese Qualität in der Vorbereitung wirklich erarbeitet hat. In der Schlussphase zeigte das junge Team, wozu es imstande ist – und dass in ihm deutlich mehr steckt, als es sich selbst zutraut.Reinsch glich in der 58. Minute zum 29:29 aus. Kurz darauf brachte Kapitän Hänsel – als Kämpfer vorneweg und einer, der die Mannschaft zusammenhält – vom Siebenmeter die erste Führung der zweiten Halbzeit aufdie Anzeige: 30:29 (59.). Den Schlusspunkt setzte Labermeier, der schon das erste Tor des Abends erzielt hatte, mit seinem achten Treffer zum 31:29.

Über einzelne Torschützen lässt sich dieser Sieg ohnehin nicht erklären. Die Kehrtwende gelang, weil jeder Spieler, der an diesem Abend auf der Platte stand, mit seinem ganz persönlichen Einsatz seinen Anteil daran hatte – in der Deckung, im Rückzug, im Angriff, in den Momenten, in denen es wehtat. Ein Auftaktsieg, wie ihn sich eine junge Mannschaft nur wünschen kann: gegen einen erfahrenen Gegner, aus einem Sechs-Tore-Loch heraus, über die volle Distanz erkämpft. Ein Ergebnis, das zusammenschweißt – und das die Grundlage für eine starke Saison legen kann.

Es haben gespielt: Fabian Mayer, Daniel Labermeier (8), Jeremia Claus, Felix Hänsel (5), Paul Wölke (2), Dominik Schikor (5), Manuel Reinsch (5), Simon Ritschel (6), Florian Mayer, Niklas Seidler, Sebastian Egger, Simon Mayer