„Wöchentlich grüßt das Murmeltier“

Wieder war es nichts für die Schwabmünchner Regionalliga-Handballerinnen: Die weite Anreise zum Handballclub nach Nürnberg blieb unbelohnt. Die Damen mussten sich am Halloweenwochenende mit 27:28 erneut knapp geschlagen geben.

Neue Woche, altes Spiel – so wirkt es momentan bei den Schwabmünchnerinnen. Wie schon so oft in dieser Saison lieferte sich das junge Team in der ersten Halbzeit einen engen Schlagabtausch mit den Gastgeberinnen. Um Kräfte zu schonen, verzichteten die Gelb-Blauen diesmal auf die laufintensive 3:2:1-Deckung. Stattdessen versuchten sie in einer ungewohnt defensiven 6:0-Abwehrformation, die Gastgeberinnen zu Abschlüssen über Außen oder zu Rückraumwürfen über den Schwabmünchner Block im Zentrum zu verleiten. Diese Strategie zeigte in der ersten Halbzeit durchaus Wirkung und brachte einige Ballgewinne. Zwar führte Schwabmünchen nach einer Viertelstunde erstmals mit zwei Toren, konnte das Spiel jedoch nicht dauerhaft an sich reißen. Kaum zehn Minuten später hatte der HBC die Partie wieder gedreht und lag seinerseits mit zwei Treffern vorn. In schnellem Wechsel folgten nun Führung und Ausgleich aufeinander. Keine Mannschaft konnte sich wirklich absetzen, und die wenigen mitgereisten Fans wähnten sich im Déjà-vu der vergangenen zwei Spiele. Beim Seitenwechsel stand es 16:17 für Nürnberg.

Doch die Halbzeitansprache von Trainer Mario Stadlmair schien eine durchschlagende Wirkung zu zeigen: Kaum aus der Kabine, erzielten die Schwabmünchnerinnen den Ausgleich und legten innerhalb von nur sieben Minuten einen sehenswerten 6:0-Lauf aufs Parkett. Das Spiel wurde so auf 22:17 zu Schwabmünchens Gunsten umgekehrt. Die rechte Angriffsseite erwischte einen hervorragenden Tag: Sowohl Lara Zabel als auch Kim Bartosch trafen vom Siebenmeterstrich und aus dem Spiel heraus glänzend. Zu zweit waren sie für mehr als die Hälfte der Schwabmünchner Tore verantwortlich.

Nürnbergs Trainerteam griff nun zur Auszeit-Karte – und das mit Erfolg. Fünf Minuten lang gelang keiner der beiden Mannschaften ein Tor, da sich Schwabmünchen an der körperbetonten Nürnberger Abwehr die Zähne ausbiss. Torhüterin Carolin Globisch steuerte in dieser Phase einige wichtige Paraden bei, um ihre Mannschaft in Führung zu halten. Doch wie leider schon so oft in dieser Saison schlichen sich anschließend Fehler ins Schwabmünchner Spiel ein. Nervosität führte zu Hektik im Angriff und Unachtsamkeiten in der Abwehr. Die Gegnerinnen witterten ihre Chance, schlossen mit einem 4:0-Lauf wieder gefährlich nahe auf und erzielten in der 56. Spielminute den Ausgleich.

Im nächsten Angriff stürzte Spielmacherin Lea Lammich bei einem Torwurf unter Bedrängnis und zog sich eine Handverletzung zu, deren genaues Ausmaß noch abzuwarten bleibt. Nach einer kurzen Unterbrechung war die Partie für Lammich leider beendet. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Lara Zabel dennoch souverän zur erneuten Führung. Leider gelang es den restlichen Schwabmünchnerinnen in der Folge trotz Überzahl nicht, die nächsten zwei Nürnberger Tore zu verhindern. Im Anschluss war es erneut Lara Zabel, die nach einem sehenswerten 1:1-Duell zum 27:27 ausglich. Ein Gegentor durch eine Unaufmerksamkeit in letzter Sekunde besiegelte jedoch die bittere Niederlage, da auch der letzte Schwabmünchner Wurf nicht mehr den Weg ins Ziel fand.

Positiv bleibt, dass die Mannschaft trotz dezimierten Kaders (Auslandsaufenthalt von Kreisläuferin Lara Girstenbrei, Ausfall von Emilia Michael nach einer Platzwunde mit Gehirnerschütterung) bewiesen hat, dass sie im oberen Tabellendrittel absolut mitspielen kann. Nürnberg schiebt sich mit diesem Sieg auf den dritten Tabellenplatz nach oben. Zudem wurden im Training besprochene Inhalte über weite Strecken gut umgesetzt. Am nächsten Wochenende wartet dann endlich wieder ein Heimspiel – zu Gast ist der TSV EBE Forst United.

Es spielten: Bloch, Globisch, Tikvica (alle Tor); Bartosch (8/5), Zabel (7/2), Mehr (3), Schanda (3), Kramer (2), Michael L. (2), Dölle (1), Lammich (1), Girstenbrei T., Hafner, Rabus.